SG - Höglwörth - Anger

Cronik



Neues Schützenheim in Rekordzeit gebaut

Höglwörth/Anger (vm). In Rekordzeit errichteten 50 fleißige Männer in Höglwörth das Schützenheim der Schützengesellschaft Höglwörth-Anger – Grund genug für ein kleines abendliches Richtfest. "Wer hätte das vor eineinhalb Jahren gedacht", meinte Ehrenschützenmeister Erhard Zaha. In Vertretung des verhinderten 1. Schützenmeisters Albert Eckart erinnerte er in einer Rede vor etwa 40 Besuchern, darunter mehrere Gemeinderäte, an die wechselvolle Entstehungsgeschichte.
Den Eingang hatten die Schützen mit Lichtern und Schwedenfeuern geschmückt. Die Planung für das neue Heim sei durch einen "Schock" ausgelöst worden, berichtete Zaha: Familie Wieninger habe einen umfangreichen Umbau des Klosterwirts angekündigt, nach dem für den Schießstand kein Platz mehr sei. Die Gemeinde Anger habe vorgeschlagen, dass die 1865 gegründete Schützengesellschaft in Aufham schießen soll. Dieser Vorschlag habe freilich kein positives Echo gefunden: "Wir Angerer und Höglwörther bleiben in Höglwörth", betonte Zaha. Angedacht war ein Umzug auf den Dachboden des Klosterwirts, was sich nach einer Kostenschätzung als zu hoher finanzieller und konstruktiver Aufwand herausstellte. Geliebäugelt hätten die Schützen auch mit den Kröpflwirt, so der Redner.

Schließlich kam als Alternative der Standort des ehemaligen Wollladens gegenüber vom Klosterwirt ins Spiel. Mit dem

Zinslose Darlehen

der Mitglieder

Grundstücksbesitzer, der Brauerei Wieninger, wurde ein Pachtvertrag über 25 Jahre unterzeichnet. Letztere habe kostenlos das gesamte Bauholz zur Verfügung gestellt. Dafür und für die Bereitstellung von Räumen zur Inventarlagerung im Torhaus richtete Zaha einen Dank an Stefan Wieninger, der ebenfalls mitfeierte.

Um die 95.000 Euro Materialkosten schultern zu können, gaben viele Schützen dem Verein zinslose Darlehen als Vorschuss. Diese können dank der zugesagten Zuschüsse des Bayerischen Sportschützenbundes und der Gemeinde Anger bald wieder zurück gezahlt werden.

Seit Beginn des Abbruchs des Nebengebäudes am 11. September haben etwa 50 freiwillige Helfer rund 2.000 Stunden Eigenleistung erbracht. Die Bruchsteinwände aus dem 18. Jahrhundert wurden in Rücksprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege abgebrochen, und die historischen Steine wurden beim Neubau wieder integriert.

Der Holzblock wurde bei Chiemgauer Holzbau in Traunstein angefertigt und am 12. Oktober geliefert. Bereits am 15. Oktober war das Gebäude samt den Fenstern vollständig geschlossen. Am 27. Oktober um 15 Uhr schließlich stieg laut Zaha weißer Rauch vom Kamin auf.

Der Ehrenschützenmeister lobte die "großartige Leistung in der Zusammenarbeit", die gute Koordination, die kompetenten Fachkräfte und Helfer sowie die Harmonie mit den Nachbarn. Auch der Patenverein, die Schützengesellschaft Ulrichshögl, habe mitgewirkt, und die Damen hätten die Arbeiter täglich mit Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen beliefert. Zaha äußerte die Hoffnung, dass die Euphorie anhält bei den weiteren Maßnahmen.

Öffentlicher Zugang

zum WC

Wo die Richtfest-Besucher das von Herbert Tschakert gestiftete Essen und die von der Brauerei Wieninger spendierten Getränke genossen, soll der Schießstand entstehen. Geschossen wird mit Luftgewehr auf zehn Meter.

Das Gebäude enthält außerdem einen Umkleideraum, einen Vorbereitungsraum und ein WC mit öffentlichem Zugang. "Wir sind sehr froh, dass das Schützenheim in Höglwörth steht und nicht irgendwo anders", sagte Stefan Wieninger. Er erzählte, dass sein Ururgroßvater Gründungsmitglied der Höglwörther Schützen und auch sein Opa ein Schütze gewesen sei.